... und nochmal Urlaub...

... jetzt aber der letzte fürs Erasmusjahr! Von Mittwoch bis Montag war ich bei Eva in Granada, nachdem sie vorher für vier Tage bei mir gewesen war. Die Tage hier waren leider sehr von schlechtem Wetter geprägt, und außerdem hat der obligatorische Dünenausflug gefehlt - wie wir in Arcachon feststellen durften, gibt es da sonntags keine Busse hin, sehr eigenwillig...

Spanien also: 17 Stunden Busfahrt, wunderbar mal wieder, das reicht jetzt auch für die nächste Zeit! Ich durfte feststellen, dass es auch in Andalusien Anfang Mai richtig kalt sein kann - das war zumindest bis einschließlich Freitag der Fall. Granada ist eine sehr interessante Stadt, ein Stückwerk aus alter arabischer Stadt (weiße schicke Häuser mit viel Garten), einer "Altstadt" aus dem 17./18. Jh. (die auch sehr klein ist), und vielen modernen Teilen. Das passt alles nicht wirklich zusammen, ist aber auch nicht hässlich Die ersten Tage sind wir dann auch viel durch die Stadt gelaufen und haben nen Haufen Geld in der Kathedrale und der Capilla Real, der Grabstädte diverser Könige, v.a. der in Granada ganz besonders beliebten und präsenten Isabella y Fernando, gelassen. Am Samstag gings dann passend zum guten Wetter ans Meer, direkt südlich von Granada. Wunderschön! Das ist ja schon Mittelmeer, aber dafür wars wirklich sehr wellig, zudem hatte das Wasser schon ne angenehme Temperatur, und die Natur ist natürlich faszinierend, besonders auch die Fahrten durchs gebirgige Andalusien. Am Sonntag bin ich dann in die Alhambra, nachdem ich es ca. 4 Wochen zuvor gerade noch geschafft habe, ein Ticket zu ergattern... Sehr touristisch, sehr voll, aber natürlich super interessant! Da kann mas gut ein paar Stunden aushalten Insgesamt also wieder sehr schöne Tage und die Möglichkeit, mal wieder mein doch stark angerostetes Spanisch auszugraben! Spanien kann ja schon deprimieren - doch deutlich billiger als in Frankreich, das meiste! Besonders fasziniert war ich ja von den Obst- und Gemüsepreisen (hier sind Erdbeeren mittlerweile immerhin schon auf ca. 5-6€ pro Kilo gesunken, Gurken z.B. kosten aber immer mindestens 90c) und von der Tapaskultur. Die bedeutet in Granada, mehr noch als sonstwo in Spanien, nämlich, dass man zu jedem Getränk (1,50-2€ für z.B. nen Wein oder ne Cola) was zu essen dazubekommt - das ist nie übermäßig viel, aber von drei Tapas kann man schon satt werden, und außerdem sinds echt leckere und abwechslungsreiche Sachen! Könnt ma sich dran gewöhnen...

Der Urlaub wurde natürlich noch versüßt durch das Top-Ereignis des Jahres, den 2nd tour... Gleich am Mittwoch Abend haben wir uns per Internet das Fernsehduell angeschaut, 2 1/2 Stunden lang... Im Gegenatz zu Deutschland sitzen die zwei Kandidaten sich gegenüber, dazwischen die üblichen fablosen französischen Moderatoren. Ségo war deutlich souveräner als nach dem 1er tour, aber doch noch deutlich krampfig teilweise (Versprecher etc.), und so richtig interessant wurde es, als sie beim Thema behinderte Kinder wirklich kaum noch ihre Tränen zurückhalten konnte und sehr emotional wurde ("nein, ich beruhige mich nicht!". Ein gefundenes Fressen natürlich für den ruhigen Herren gegenüber, und etwas, was sich v.a. eine Frau echt nicht leisten kann... Ja und der Sonntag dann. Dank einer großen französischen, v.a. Erasmus-, Gemeinde gabs in Granada in einer Bar französisches Fernsehen auf Großbildschirm. Die Kneipe war völig überfüllt - und die Stimmung richtiggehend unbeschreiblich. Unmengen heulender Franzosen, die erklärten, nicht mehr zurück zu wollen, bzw. das Land möglichst schnell wieder zu verlassen - schon krass! Natürlich war ich auch alles andere als fröhlich (und es ist ja auch nicht mein Land), aber die Reaktionen kamen mir schon sehr extrem - wenn auch sehr verständlich - vor! Das Ergebnis war ja wie zu erwarten, eine der höchsten Siege der Ve République... Ségo hat unheimlich gut geredet (verglichen mit vorher), man hat richtig gemerkt, wie eine Last von ihr gefallen ist. Und Sarko hat natürlich wunderbarst geschleimt. "Ich richte mich an alle Franzosen". Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: Er hat sich als Europäer bezeichnet (weswegen ihn z.B. Angie auch so gerne hat, eigentlich bedeutet das v.a. dass er ein weiteres Referendum umgehen will - allerdings um den Preis, keine echte Verfassung, sondern nur eine leichte Erweiterung der bestehenden Kompetenzen anzustreben...) - was dann Le Pen in seiner Stellungnahme danach auch als den großen Unterschied zwischen ihnen beiden bezeichnete - gut, dass er noch einen sieht! Und er hat sich mal wieder gegen "repentir" ausgesprochen, Reue. Frankreich ist toll, repentir schädlich und Selbsthass, etc... Da treffen sich die beiden Herren doch wieder. Ach ja: 63% der Le Pen-Anhänger haben im 2nd tour für Sarko gestimmt, es gab relativ wenige, die daheim geblieben sind... Vorgestern war nationaler Gedenktag der Abschaffung der Sklaverei, Sarko hat teilgenommen, was die Zeitungen gleich zu Kommentaren veranlasst hat, ob er damit nicht seinen anti-repentir-Prinzipien widerspricht. Das tut er. Vielleicht bedeutet das, dass er zumindest noch nen n bissl Anstand auch in dieser Sache wahren kann? - Über Algerien etc. wird es so wie es aussieht, auch in den nächsten Jahren keine öffentliche Diskussion geben... Tja, so siehts aus... Ich bin gespannt, wie es hier weitergeht! Es ist ja schon ein guter Zeitpunkt zum Heimfahren... Mal sehen, wie er sich in der Tagespolitik verhalten wird, ob er seinen extremen Tonfall doch noch mehr der Wirklichkeit anpassen wird?! Die Hoffnung stirbt zuletzt...

12.5.07 19:21
 


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