Hochschulwahlen

Von gestern bis morgen sind hier Hochschulwahlen. Gewählt werden die studentischen Vertreter im Conseil d'Administration (Budget, Politik) und im Conseil des Etudes et de la Vie Universitaire (Organisation des Studiums, Klausuren, studentisches Leben). Die Wahlen finden alle zwei Jahre statt. Die Repräsentanten wählen außerdem den "Vice-président étudiant" und haben 35 der 140 Stimmen bei der Wahl des Rektors.

Bereits Mitte letzter Woche bekamen alle Studenten einen Brief von der Uni mit der Einladung, zu wählen, beigefügt waren die Flyer der Hochschulgruppen. Auftakt zu einem exzessiven Wahlkampf. Es gibt fünf Gruppen - Unéf, Oxygène, Cé, Sud und ARB3. Unéf und Cé sind Bestandteil landesweiter Gruppen, bzw "syndicats étudiants", also "Studentengewerkschaften". Davon ist Unéf die alteingesessene und Cé die wunderbar neue Alternative, die sich gegen die "archaische Sichtweise der Gesellschaft der Unéf" wendet. In den Programmen lassen sich aber nicht wirklich große Unterschiede feststellen, alle Gruppen haben in etwa folgende Ziele: Mehr Geld für kleinere TD-Gruppen und mehr Dozenten und so (na klar), Ausbau des virtuellen Campus, Vorbereitungsmodule für die Abschlussprüfungen und Ausweitung des "berufsorientierten" Studienangebots, Verbesserung der Situation ausländischer Studierender, bessere Informationen für Studienanfänger und in Bezug auf Berufswahl. Dazu kommen beispielsweise bei Oxygène und ARB3 Nutzung alternativer Energien und Mülltrennung ebenso wie eine Verschönerung der Grünflächen des Campus und Ausbau der Radwege, was durchaus nett klingt, bei Oxygène außerdem die ebenso nett klingende Forderung nach mehr Förderung für Auslandsaufenthalte (bzw. mehr Angebot), bei einigen Gruppen der Wunsch nach mehr Interdisziplinität. Cé will eine "Orientierungsbilanz" nach dem 1. Semester, Sud stellt sich gegen den angeblich omnipräsenten Sexismus. ARB3 will eine Evaluation der Lehre, was durchaus Sinn macht, und außerdem eine erleichterte Freistellung von den Contrôles continus, was ich geringfügig bescheuert finde. Aber sie wollen sich auch für eine größere Durchsichtigkeit der Hochschulpolitik stark machen. Irgendwer, ich glaub Unéf oder Cé, will die Contrôles continus ganz abschaffen und wirbt außerdem mit "Klausuren leichter machen". Ahja. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich den exzessiven Wahlkampf hier sehr prima finde. Seit Montag wird ma auf dem Campus mit Flyern nur so zugeschüttet, und es steht auch wirklich was drauf! - Wie sie ihre Ziele erreichen wollen natürlich nicht... Aber ich finde, die Information an sich könnte durchaus Vorbildfunktion haben Die Studenten pilgern auch durch die Veranstaltungen und machen Werbung für sich, was irgendwann ebenso nervig werden kann wie, zum zwanzigsten Mal auf dem Campus angesprochen zu werden - aber wenn man dann wählen war (Erasmusler kriegen zwar die Unterlagen, aber auf den Listen stand mein Name trotzdem nicht... naja, irgenwo haben sie mich dann vermerkt) kriegt ma nen tollen Aufkleber "ich war wählen" und wird meistens in Ruhe gelassen Heut wurds dann irgendwann übrigens richtig genial, die legen sich echt ins Zeug! Irgendein ARB3-Mensch ist bei über 20°C in nem Pandakostüm rumgelaufen (keine Ahnung warum), und bei Cé gabs Livemusik mit Geige und Saxophon... Sollte sich Bamberg daran ein Beispiel nehmen?

15.3.07 00:31
 


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