So, machen wir weiter...

Dienstag: fleißiges Rumfahren durch Island. Wir haben uns ein Auto geliehen, um die Highlights des Südwestens abzuklappern. Rike war mit von der Partie, allerdings weiterhin ziemlich krank und meistens im Auto zu finden. Isländische Buckelpisten zu fahren, ist eine wunderbare Erfahrung - und noch wunderbarer ist es, auf diesen verlassenen Straßen einfach mal irgendwo stehen zu bleiben und bei perfekt sonnigem Wetter einen wunderbaren Ausblick zu genießen - im Zweifelsfall aus dem Auto, weil der Wind einen mal wieder vom Aussteigen abhält Programm an diesem Tag: Thingvellir (historische Parlamentsstätte mit Kontinentalplattenspalte, sehr nett zum Rumlaufen), Geysir (mon dieu, wie viele Menschen da im Februar durch die Gegend rennen), Gullfoss (verdammt beeindruckend, wieder mit schön viel Eis und einem komplett vereisten Pfad zum Wasserfall), Seljalandsfoss (an dem dünnen Ding konnte man wunderbar die Windstärke ablesen, er wehte beständig hin und her), Skogafoss (leicht windiger Aufstieg und Mysterium um einen älteren und augenscheinlich eher untrainierten Camper / Extremwanderer / Fotograf). Dort war dann leider Schluss, d h bis zum Gletscher sind wir nicht mehr gekommen - aber doch ein anständiges Programm für einen Tag! Das führte leider dazu, dass ich mir pro Programmpunkt nicht so viel Zeit zum Rumlaufen nehmen konnte, aber es wär ja sowieso doof gewesen, meine tapfere Begleiterin ständig ewig sitzen zu lassen, und ich hab mir ja doch so einigen Wind um die Nase wehen lassen können

Am Mittwoch haben wirs wieder etwas ruhiger angehen lassen. Erstmal gings ins Nationalmuseum, was sehr nett gemacht ist und doch nen Haufen neue Informationen zu bieten hatte - und lustige Computeranimationen mit sehr genial aussehenden Wikingern. Danach noch eine Ausstellung mit Bildchen aus alten Büchern und auch ein paar der alten Bücher selbst, was mich doch darin bestärkt hat, endlich mal die Edda zu lesen - so viele spaßige mordende und betrügende Götter mal wieder! Abends dann lecker Meeresgeviech (man ist ja auf Island!) in nem schnuckelig kleinen Restaurant - und so hatten wir den (bis auf Sa) einzigen Schlechtwettertag der Woche durchaus gut rumgekriegt!

Die letzten zwei Tage war ich wieder allein unterwegs, Wandern in der Umgebung von Reykjavik. Am Donnerstag gings zu einem See am Rande eines großen Naturschutzgebietes, den ich dann in vier oder fünf Stunden mit meherern Abstechern großzügig umrundet habe. Das Wetter war absolut traumhaft, viel Sonne und manchmal richtiggehend wenig Wind - richtig begeistert war ich, als ich irgendwann Mütze und Handschuhe ausziehen konnte und mich zu einer kleinen Pause ins Tundragras an den vereisten See setzen konnte Freitag war dann etwas planloser, wollte erst nördlich von Reykjavik am Meer rumlaufen, aber das war noch alles bebaut, und die Berge nicht wirklich zugänglich. Also hab ich mir halt wieder nen netten kleinen See gesucht

Ja und am Samstag hieß es dann, um halb vier aufstehen und eine neue Odyssee überstehen. Hat auch wieder alles gut geklappt, mal abgesehen davon dass ich die Wanderung vom Flughafen nach Bergerac im Regen zurücklegen durfte - verdammt, warum ist auf Island strahlender Sonnenschein und hier mal wieder Dauerregen? Die Ankunftshalle von Bergerac ist noch viel genialer als der Rest: Eine zeltartige Konstruktion, in der so ein "Gepäckband" aus Rollen steht, auf dem man die Koffer selbst weiterschieben muss. Ein Erlebnis!

Also, Island: Die Woche war wirklich wunderbar, vielen Dank auch nochmal an Rike, die mich so lange beherbergt hat und ihre letzten Kräfte mobilisiert hat um mich nicht nur mutterseelenallein durchs Land ziehen zu lassen! Wundersamerweise bin ich nicht krank geworden und hoffe natürlich, auch zu ihrer Genesung mit ein wenig Bordelaiser Rotwein (und Käsespießen! und dem Revoluzzer! *g*) beigetragen zu haben Das Land ist faszinierend - natürlich, die Natur (und krass, wie gutes Wetter ich hatte!), und auch diese unglaublich wenigen Menschen, 116000 in Reykjavik, im Großraum insgesamt 160000 und auf der Insel insgesamt 300000. In Reykjavik sind abends um sieben die Straßen leer. Klar, am Wochenende gibts danach exzessives Nachtleben, aber die Läden machen spätestens um 18 Uhr zu. Ich denke, irgendwann bekommen Auswanderer wohl auch einen Inselkoller. Ich wusste ja vorher schon, wie toll ich Skandinavien und v a Island finde (und dass Frankreich eindeutig zu weit im Süden liegt *g*), war ja vor zwölf Jahren oder so schonmal dort - aber es wurde doch eindeutig mal wieder Zeit!

25.2.07 20:57
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Rike / Website (26.2.07 00:59)
yeah, der schicke revoluzzer und die gespießten käsespieße haben eindeutig zur genesung beigetragen (ich hust nur noch bissl ). das wetter hier ist noch immer traumhaft - langsam find ichs unnormal *gg*
also dann auf den toten!

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