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Es neigt sich dem Ende zu
Mit Riesenschritten! Jetzt sind es nur noch wenige Tage, dann ist das Auslands"jahr" (haha) Geschichte... Am Sonntag kommen meine Eltern und am Mittwoch früh fahren wir los. Richtig bald, sozusagen! Vor einer Woche hatte ich ja nochmal Besuch, Gelegenheit zum vierten Mal Düne (und schon wieder anders! diesmal ohne alles - ohne Regen, Sonne und sogar ohne Wind!), ein bisschen Bordelaiser Nachtleben (nen richtigen Cocktail zu 9,50 € habe ich mir vorher auch nicht gegönnt) inklusive lustiger Jungs, die uns gleich mit nach St Emilion nehmen wollten, wo ihre Eltern auf nem Weingut arbeiten... Ahja |
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... und nochmal Urlaub...
... jetzt aber der letzte fürs Erasmusjahr! Spanien also: 17 Stunden Busfahrt, wunderbar mal wieder, das reicht jetzt auch für die nächste Zeit! Ich durfte feststellen, dass es auch in Andalusien Anfang Mai richtig kalt sein kann - das war zumindest bis einschließlich Freitag der Fall. Granada ist eine sehr interessante Stadt, ein Stückwerk aus alter arabischer Stadt (weiße schicke Häuser mit viel Garten), einer "Altstadt" aus dem 17./18. Jh. (die auch sehr klein ist), und vielen modernen Teilen. Das passt alles nicht wirklich zusammen, ist aber auch nicht hässlich Der Urlaub wurde natürlich noch versüßt durch das Top-Ereignis des Jahres, den 2nd tour... Gleich am Mittwoch Abend haben wir uns per Internet das Fernsehduell angeschaut, 2 1/2 Stunden lang... Im Gegenatz zu Deutschland sitzen die zwei Kandidaten sich gegenüber, dazwischen die üblichen fablosen französischen Moderatoren. Ségo war deutlich souveräner als nach dem 1er tour, aber doch noch deutlich krampfig teilweise (Versprecher etc.), und so richtig interessant wurde es, als sie beim Thema behinderte Kinder wirklich kaum noch ihre Tränen zurückhalten konnte und sehr emotional wurde ("nein, ich beruhige mich nicht!" |
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l'entre-deux-tours
Da hätten wir nun also ein klassisches Duell. Ségo-Sarko, links gegen rechts. Und die Erfahrung eines genialistischen französischen Wahlsonntags, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will. Der Fernseher wurde noch aufgetrieben, eine Deutsche wohnt in ner WG mit Fernseher, das musste natürlich genutzt werden! Ich bin da also mit meinem Ségo-Propagandamaterial von vor drei Wochen aufgetaucht, bereit fürs Wahlgetümmel Kurz gesagt, so eine Wahl in Frankreich ist echt ein Erlebnis! Ich finds schon direkt schade, dass ich zum 2nd tour in Spanien bin, der muss auf jeden Fall verfolgt werden! Und bis dahin - was sagt Bayrou, was sagt Le Pen, was machen Ségo (an ihrem Auftreten feilen?) und Sarko (noch weiter rechts fischen, um Le Pen-Anhänger zu mobilisieren, oder doch eher gegen Mitte = Bayrou?)? Man kann gespannt sein! Aber realistischerweise muss man ja sagen, dass die Chancen von Ségolène Royal eher sehr gering sind... Die Formulierung "l'entre-deux-tours" habe ich übrigens von einem Artikel auf lemonde.fr. Die Konstruktion erinnert an l'entre-deux-guerres, die Zwischenkriegszeit - und wird meines Wissens nach im Allgemeinen auch nur in diesem Kontext gebraucht. Das sagt doch schon wieder was über die französische Politik aus |
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Bretagne
Die Ferien haben angefangen - höchst verdient, versteht sich, nach zwei aneinandergeklebten Semestern Nach kurzer Verschnaufpause gings dann am Mittwoch mit Christine in die Bretagne, bis gestern Abend. Wir sind mit dem Zug nach Quimper gefahren, das ist schon relativ weit westlich, aber im Landesinneren - eine nette kleine Stadt, alt mit schön restaurierten Häusern, gemütlichen Gassen und mindestens einer Crêperie an jeder Ecke! Ganz typisch bretonisch gabs dann Abends auch einen bretonischen Crêpe mit Ziegenkäse und Apfel, begleitet natürlich von Cidre! Am Donnerstag gings nach Concarneau, ein kleines Städtchen am Meer, bekannt für seine befestigte Altstadt aus der Zeit, in der die Bretagne noch de facto ein unabhängiges Herzogtum war, also bis ins 16. Jh., die auf einer Halbinsel ins Meer hineinragt. Sehr schick, sehr touristisch, aber im April geht das ja zum Glück noch! Mittlerweile war auch hier der Frühling angekommen, immerhin Sonne und n weng über 20 Grad. und so konnten wir uns Nachmittags n weng am Atlantik sonnen, fürs erste nur mit den Füßen im Wasser Mir bleiben noch wenige Stunden, um einen Fernseher zu suchen. Die 1er tour läuft seit acht Uhr heute Morgen, um 20 Uhr schließen die Wahllokale, und dann möchte ich informiert werden! Berichte über die Wahlparty werden geliefert |
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Leer wirds...
So richtig leer! Vor ner Stunde ist Claudia abgefahren, nachdem sie vor anderthalb Wochen sehr spontan beschlossen hat, dass sie daheim das Sommersemester noch machen will, da das sonst irgendwo verschwendete Zeit ist. Damit hat sie mich natürlich erstmal auch in eine kleine Sinnkrise gestürzt - das zweite Semester ist hier ja wirklich so gut wie aus (heute Nachmittag habe ich meine letzte Klausur, es sei denn ich krieg mich noch für eine in zwei Wochen motiviert) - und daheim gehts am Montag wieder los! Ich denke, die zwei Abschiede vor zwei Wochen, jeweils eben auch Deutsche, die jetzt daheim ins Sommersemester starten (die hatten das aber auch so vor), haben sie da schon sehr beeinflusst (und die Tatsache, dass ihr Freund das gleiche macht). Ja wie gesagt, da hab ich mir dann natürlich auch Gedanken gemacht, v.a. auch (mal abgesehen davon, dass ich mich nach ner gescheiten Uni sehne), weil jetzt doch schon ziemlich viele Leute weg sind. Aber das hat sich zum Glück schnell wieder gelegt - klar, die Uni ist jetzt rum, aber dafür hatten wir ja auch die zwei Semester direkt hintereinander und ich bin ja durchaus motiviert, im Sommer (abgesehen von Geld verdienen, hoffentlich...) was für die Uni zu machen, Hausarbeiten schreiben und Mittelhochdeutsch lernen Ja wie gesagt, leer ists. Letzte Woche zwei Abschiede, jetzt Claudia und heut Abend noch einer - das ist dann aber der letzte für diesen Schub, dann gehts Ende Mai weiter, da gehör ich dann ja auch dazu (und eigentlich so gut wie alle). Aber bis dahin natürlich noch viel Frankreich |
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ségosphère - La France Présidentielle
Nur noch 17 Tage bis zum 1er tour der Présidentielles! Auf ihrer Wahlkampftour hat Ségolène Royal heute in Bordeaux Station gemacht - das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, und so haben Felix und ich uns mit Unmengen anderer Menschen in einer großen Halle irgendwo am Stadtrand versammelt, um die gute, chancenlose PS-Frontfrau zu feiern. Es war wirklich klasse - knapp 15 000 Menschen (was natürlich dazu geführt hat, dass ich die gute Frau nur auf Leinwand sehen konnte) waren da! Nach nem Haufen meistens relativ guter Vorredner war dann der große Moment da und ein weiterer Beitrag zur Erweiterung der Rolle der Frauen in der großen Politik betrat die Bühne, frenetisch gefeiert versteht sich. Der Schlachtruf ist etwas einfallslos - "Ségolène Présidente", die Campagne steht aber eigentlich unter dem Titel "La France Présidente", was schon ganz nett ist, da "présidente" ja nicht nur "Präsidentin" heißt, sondern auch die weibliche Form des entsprechenden Adjektivs ist - und dass "La France" schließlich weblich ist, wurde heute Abend auch das eine oder andere Mal erwähnt Ich will das Sarko noch kommt. Ich mag den Vergleich sehen. Aber dann klatsch ich net und bekleb mich nicht mit tollen "demain ne se fera pas sans toi"-Aufklebern *g* |
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Rebus
Heute gibts ein besonderes Schmankerl für die frankophone Leserschaft, das ich in der Vorlesung über Zentral- und Osteuropa (trotz der genialistischen Landkarte von vor ein paar Wochen eigentlich dieses Semester meine Lieblingsvorlesung, der Prof weiß was und ist auch durchaus spaßig) kennenlernen durfte. Es handelt sich um eine Nachricht, die Friedrich II von Preußen, Liebhaber und Kenner französischer Kultur und Sprache, an Voltaire sandte, ebenso wie dessen Antwort. Hier also Friedrichs Brief: p si ____________ à _____________ venez sans
Und Voltaires Antwort: G a Den zweiten Teil von Friedrichs Botschaft fand ich ziemlich leicht, beim ersten musste ich gut grübeln, und Voltaire hat mich überfordert (das von Friedrich find ich aber auch besser, muss ich sagen) - und wie siehts mit euch aus? Nu denn, immer her mit Lösungsvorschlägen! |
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Hochschulwahlen
Von gestern bis morgen sind hier Hochschulwahlen. Gewählt werden die studentischen Vertreter im Conseil d'Administration (Budget, Politik) und im Conseil des Etudes et de la Vie Universitaire (Organisation des Studiums, Klausuren, studentisches Leben). Die Wahlen finden alle zwei Jahre statt. Die Repräsentanten wählen außerdem den "Vice-président étudiant" und haben 35 der 140 Stimmen bei der Wahl des Rektors. Bereits Mitte letzter Woche bekamen alle Studenten einen Brief von der Uni mit der Einladung, zu wählen, beigefügt waren die Flyer der Hochschulgruppen. Auftakt zu einem exzessiven Wahlkampf. Es gibt fünf Gruppen - Unéf, Oxygène, Cé, Sud und ARB3. Unéf und Cé sind Bestandteil landesweiter Gruppen, bzw "syndicats étudiants", also "Studentengewerkschaften". Davon ist Unéf die alteingesessene und Cé die wunderbar neue Alternative, die sich gegen die "archaische Sichtweise der Gesellschaft der Unéf" wendet. In den Programmen lassen sich aber nicht wirklich große Unterschiede feststellen, alle Gruppen haben in etwa folgende Ziele: Mehr Geld für kleinere TD-Gruppen und mehr Dozenten und so (na klar), Ausbau des virtuellen Campus, Vorbereitungsmodule für die Abschlussprüfungen und Ausweitung des "berufsorientierten" Studienangebots, Verbesserung der Situation ausländischer Studierender, bessere Informationen für Studienanfänger und in Bezug auf Berufswahl. Dazu kommen beispielsweise bei Oxygène und ARB3 Nutzung alternativer Energien und Mülltrennung ebenso wie eine Verschönerung der Grünflächen des Campus und Ausbau der Radwege, was durchaus nett klingt, bei Oxygène außerdem die ebenso nett klingende Forderung nach mehr Förderung für Auslandsaufenthalte (bzw. mehr Angebot), bei einigen Gruppen der Wunsch nach mehr Interdisziplinität. Cé will eine "Orientierungsbilanz" nach dem 1. Semester, Sud stellt sich gegen den angeblich omnipräsenten Sexismus. ARB3 will eine Evaluation der Lehre, was durchaus Sinn macht, und außerdem eine erleichterte Freistellung von den Contrôles continus, was ich geringfügig bescheuert finde. Aber sie wollen sich auch für eine größere Durchsichtigkeit der Hochschulpolitik stark machen. Irgendwer, ich glaub Unéf oder Cé, will die Contrôles continus ganz abschaffen und wirbt außerdem mit "Klausuren leichter machen". Ahja. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich den exzessiven Wahlkampf hier sehr prima finde. Seit Montag wird ma auf dem Campus mit Flyern nur so zugeschüttet, und es steht auch wirklich was drauf! - Wie sie ihre Ziele erreichen wollen natürlich nicht... Aber ich finde, die Information an sich könnte durchaus Vorbildfunktion haben |
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Frühling und Meer
Seit heut früh ist Lisa wieder fort. Eigentlich wollte sie ja am Sonntag schon wieder zurück nach Dijon fahren, aber das Auto ihrer Mitfahrgelegenheit hatte nen Achsenbruch oder so, und das hat sich natürlich n weng gezogen... Aber noch n weng Bordeaux ist ja auch nie das Falscheste! Waren auf jeden Fall schöne Tage gewesen, wir hatten uns ja auch scho n weng länger nimmer gesehen, irgendwann im August oder so. Und natürlich sind wir auch fleißig durch die Gegend gefahren: Am Freitag erstmal obligatorisches Programm, Arcachon und Dune de Pyla. Nicht, dass ich schon genug davon hätte, aber ich war auch nicht unerfreut über die besondere Prägung dieses Ausflugs durch besonders geniales Wetter - Düne im Regen hatte ich noch nicht! War sehr prima, der Regen war nicht wirklich stark, aber durch den Wind hatte er doch eine sehr durchnässende Wirkung, und gesehen hat ma auch nicht wirklich was von der Düne aus - und wir hatten die Düne mal wirklich fast für uns allein! Am nächsten Tag gings gleich wieder ans Meer, diesmal auch für mich was neues. Biarritz bei strahlendstem Sonnenschein und Frühlingstemperaturen, prima Sache Der Frühling hält auch hier durch, bei 20°C und viel Sonne sind der Jardin Public und die Quais eindeutig der schönste Aufenthaltsort - wenn da nicht manchmal die Uni dazwischenkommen würde... |
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Airbus und ein Kaffekränzchen
Ich bin gerade auf lemonde.fr auf dieses wunderschöne Bild gestoßen, das ich allen Freunden der deutsch-französischen Freundschaft und der Frauenemanzipation natürlich nicht vorenthalten will! Mh, das wär scho was--- *g* Die Damen haben sich heute zum ersten Mal getroffen, und haben anscheinend nicht nur über Frisuren, Makeup, Klamotten und Männer geredet, sondern auch über den harten politischen Alltag, zu nennen wäre hier der Konflikt um das Airbus-Unternehmen. Deutsche Politiker fürchten, dass der französische Einfluss zu groß werden könnte, und spiegel.de widmet dem Thema auch einen leicht unfreundlichen Artikel (dass das Pendant auf lemonde.fr weitaus freundlicher ist, kann natürlich darauf hindeuten, dass die Sorgen der Deutschen nicht unbegründet sind, was weiß denn ich). Viel spannender sind natürlich Ségolènes Kommentare zu ihrer Wunsch-Kollegin: Das Treffen sei gut verlaufen, in einem angenehmen Klima und mit einer "certaine complicité". Sie schätzt die mutige Seite an Angie, einer "femme très pragmatique". Ja, die Frauen. Ich bin sicher, die Welt würde ein kleines bisschen besser werden |
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[eine Seite weiter]
Tja, seit Sonntag bin ich wieder allein, und fühl mich doch schon nicht mehr so wirklich hier anwesend... Viel zu organisieren, hab mein Konto ekündigt, mich weiterhin mehr oder weniger geduldig mit der Uni auseinandergesetzt (sie wollen mir mein - fast vollständiges - Belegblatt jetzt schicken... Ich weiß noch nicht ob ich dran glauben soll), mit Packen und Möbel Auseinandernehmen angefangen und den neuerlichen Einbruch des Sommerwetters nach mal wieder Ewigkeiten voller grauer Kälte zu Fototouren durch die Stadt genutzt. Meine schon ewig geplante Fahrradtour an der Küste entlang nach Süden ist dem Wetter ja schon zum Opfer gefallen (verdammt... habe ich schon im Herbst erwähnt dass mir das Fahrradfahren doch sehr fehlt? Also das jenseits der genialistischen Strecke zur Uni...), ich war jetzt auch nur einmal am Meer radeln, der Aufwand ist für einen Tag doch sehr hoch. Ja und sonst? - von allen möglichen Leuten Abschied nehmen, Lesen, was für die Uni daheim tun (es lebe der französische Literaturkanon und natürlich das Germanistikselbststudium *g*). Wie gesagt, so ganz fühl ich mich nicht mehr anwesend. Die Uni ist jetzt ja schon seit über nem Monat rum, und in der Zeit war ich selbst viel weg und ja auch mit zwei Freundinnen von daheim zusammen. Und es leert sich doch ganz deutlich hier - während ganz Frankreich zu den Eltern aufbricht (ihr wisst schon, die Kinder hier...), sind mittlerweile doch auch schon sehr viele Erasmusler abgezogen. Denen ich ja auch bald folgen werde - ich finds natürlich immer noch sehr schön hier (tjaja, die übliche Hin- und Hergerissenheit mit sämtlichen lachenden und weinenden Augen), aber die meisten Sachen, die ich jetzt noch mache, kann ich auch daheim machen - mal abgesehen von nervigen Behördengängen auf französisch, sie werden mir fehlen 
